Schnittlauch-Allium schoenoprasum
Der Schnittlauch eine Pflanzenart aus der Gattung der Lauche (Allium), wird weithin als schmackhaftes Gewürz verwendet, das er jedoch auch eine Heilpflanze ist, ist weniger bekannt. Er vertreibt z.B. die Frühjahrsmüdigkeit und reinigt das Blut. Und der Preßsaft der Pflanze soll (Kleider-) Motten, Insekten und Maulwürfe vertreiben.
Im Volksmund kennt man den Schnittlauch unter anderem auch als: Graslauch, Binsenlauch, Brislauch, Grusenich, Jakobszwiebel oder Schnittling.
Pflanzenbeschreibung:
Der Schnittlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze die mit ihren rundlichen, schlauchartigen Blättern, eine Wuchshöhe von bis zu 50 cm erreicht. Die rosa bis violetten Blüten erreichen eine Länge von bis zu 15 mm und stehen in einer dichten Kugel als Blütenstand zusammen und werden von kürzeren Hüllblättern die unterhalb sitzen, eingerahmt. Es bildet sich keine Brutzwiebel im Blütenstand, diese ist länglich und befindet sich am Grund.
Geschichtliches:
Schnittlauch ist im Gegensatz zu manch anderen Kräutern eine relativ junge Entdeckung. Vermutlich wurde er im frühen Mittelalter aus Italien in das nördliche Europa gebracht. Und wieder einmal war es der Kräuter-Pionier Karl der Große, der das heute so geschätzte Küchenkraut in unsere Breiten brachte. Für große Furore sorgte Schnittlauch besonders bei Menschen, die dem Aberglauben zugetan waren. So sollte das „grüne Wunder“ zum Beispiel gegen die Hexerei ein wirksames Mittel sein.
Heilwirkung:
-Appetitlosigkeit
-Blähungen
-Darmentzündung
-Frühjahrsmüdigkeit
-Gicht
-Husten
-Magenentzündung
-Bluthochdruck
-blutreinigend
-harntreibend
-schleimlösend
Der Schnittlauch wirkt im allgemeinen stärkend, appetitanregend und er hemmt das Wachstum schädlicher Bakterien. Er wirkt außerdem blutverdünnend und mild
blutdruck- und cholesterinsenkend. Äußerlich kann er bei Warzen und Hühneraugen angewendet werden. Den gepressten Saft kann man aufgrund seiner schleimlösenden Eigenschaften bei
Erkältungskrankheiten gut einsetzen.
Verwendete Pflanzenteile: Stengel
Schnittlauch kann man von März bis Oktober ernten.
Inhaltsstoffe:
Schnittlauch enthält Vitamine (A,B und C), aromatisch schmeckende, schwefelhaltige Aminosäuren wie Alliin und Allicin und Flavonoide. Außerdem Eisen und
Kleinstmengen an Arsen.
Verwendung in der Ernährung:
Alle Pflanzenteile haben einen scharf zwiebel-lauch-aromatischen Geschmack, jedoch ist die Zwiebel der Pflanze am geschmacksintensivsten.
Vor der Blüte, von Frühjahr bis Frühsommer nimmt man die Stängel als Gewürz zu diversen Speisen wie z.B. frischwürzigen Brotbelag, Hackkräutermischungen zu
Kräuterkartoffeln, Kräuterbutter oder Kräuterquark sowie in Salaten und Rohkost. Aber auch erhitzt ergeben sich vielfältige Verwendungsmöglichkeiten: als aromatische Beigabe in Bratlingen und
Hausbrotmischungen, in Eierspeisen oder Füllungen für Gemüsestrudel und -taschen, zu Ofengemüsegerichten wie Pizza oder auch Saucen und Gemüsesuppen. Sie eignen sich außerdem sehr gut als Würze
und Würzbeigabe insbesondere in Wildkräutersalz, Würzmus oder Pesto. Die Blütenknospen ergeben in Öl, Essig oder Salzlake ein gutes Pickles. Eine Delikatesse sind sie mit etwas Salz in Nussöl
eingelegt. Vorzüglich schmecken sie auch als kurz gebratenes Gemüse, in Mischgemüsegerichten, paniert oder in Ausbackteig. Die strahlig aus den Blütenständen stehenden Blüten bilden, je nach Art
von April bis Sommer, eine schmackhafte, essbare Dekoration verschiedener Speisen. Sie werden ausgezupft und ergeben z.B. eine hervorragend pikante Beigabe zu Camembert und Ziegenkäse. Die
Zwiebel erntet man bei frisch getriebenen Pflanzen im Herbst oder später auch im Frühjahr und verwendet sie als Scharfgewürz zu verschiedenen Speisen. Verarbeitet werden kann sie, solange ihre
oberseits austreibenden Blätter noch sehr jung sind und die Zwiebel selbst noch knackig und saftig ist. Bei unten bezeichneten Pflanzen gibt es zusätzlich auch Nebenzwiebeln, die sich
unterirdisch an die Mutterzwiebel anschmiegen, oder auch sogenannten Brutzwiebeln, die sich im Blütenstand als kleine Kugeln ausbilden. Alle Zwiebeln lassen sich verwenden als Brotteigbeigabe,
insbesondere im Hausbrot, für Bratlinge bzw. als Bratgemüse. Sie ergeben ein delikates eingelegtes Gemüse und eignen sich hervorragend als Würzbeigabe, insbesondere in Wildpflanzensalz und
Kräuteröl. Die kleingeschnittenen Zwiebeln verfeinern außerdem Gemüsesuppen, Mischgemüsegerichte (insbesondere Eintopf) und Würzmus. Ebenso gibt es bei unten bezeichneten Pflanzen zusätzlich als
Ernte zarte junge, unreife Samen, die von Frühsommer bis Sommer als Würzbeigabe in Salaten und Rohkost, in Kräuteröl, Saucen oder als kapernartig eingelegtes Gemüse Verwendung finden. Eine
schmackhafte Beigabe sind sie auch im Brotteig für Hausbrot, in Kräuterkäse und Kräuterquark. Reife Samen nutzt man getrocknet als pfeffriges Gewürz.
Quelle:
http://www.wiberg.eu
http://de.wikipedia.org
http://www.heilkraeuter.de
Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen --> siehe Literaturhinweise
