Nachtkerze-Oenothera biennis
Die Gewöhnliche Nachtkerze ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nachtkerzen (Oenothera) innerhalb der Familie der
Nachtkerzengewächse (Onagraceae) und zählt zu den in Mitteleuropa eingebürgerten Neophyten. Sie wurde um ca 1620 als Zierpflanze von Nordamerika nach Europa eingeführt und ist mittlerweile so
weiträumig verbreitet, das sie von meisten Menschen schon als einheimische Art angesehen wird.
Erst vor kurzer Zeit wurde die vielseitige Heilwirkung dieser Pflanze entdeckt, denn bis vor wenigen Jahren war nicht bekannt das der Samen der Nachtkerze
ungewöhnlich viel Gamma-Linolensäure enthält, die gut für Blutgefässe und Haut ist.
Volkstümliche Namen der Nachtkerze sind: Abendblume, Nachtstern, Rapontika, Sommerstern und Süsswurzel.
Pflanzenbeschreibung:
Die gewöhnliche Nachtkerze erreicht eine Höhe von bis zu 2,0 m. Die Blätter werden bis zu 15cm lang und sind drei- bis sechsmal so lang wie breit. Die hellgrünen
Blätter haben deutliche Zähne am Blattrand und weißen Blattnerven. Die unteren Blätter in einem Stiel verschmälert die oberen sind sitzend angeordnet. Die Pflanze wächst zweijährig, im ersten
Jahr bildet sich eine grundständige Blattrosette. Die Blütenknospen sind büschelig angeordnet und haben vier leuchtend gelbe Blütenkronblätter die ca 5 cm lang sind, acht Staubblätter und eine
vierteilige Narbe, die Kelchblätter sind zurückgeschlagen.
Die raue längliche Samenkapsel wird bis zu 4 cm lang mit zahlreichen kleinen, schwarzen, rundlichen, an Mohn erinnernden Samen.
Heilwirkung:
Blätter:
-adstringierend
-beruhigend
-Durchfall
-Husten
-Asthma
-Bluthochdruck
-Gicht
-Ekzem
-Quetschung
-Magenbeschwerden
-Darmbeschwerden
-Prämenstruelles Syndrom
-Wechseljahrsbescherden
Samen:
-Arteriosklerose
-Hautprobleme
-Ekzeme
Wurzeln:
-stärkend
-Rekonvaleszenz
Das aus den Samen gewonnene Nachtkerzenöl ist reich an speziellen Fettsäuren, darunter Gamma-Linolensäure. Diese essenzielle, mehrfach ungesättigte Fettsäure ist in
Pflanzen nur selten zu finden und für den Menschen von großer Bedeutung. Das Samenöl hilft innerlich und älußerlich gegen Neurodermitis, bei Ekzemen, Akne, Arthritis und Leberschäden. Außerdem
bei Bluthochdruck und zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte. Aus der Nachtkerze werden neben dem Öl auch flüssige Extrakte hergestellt. Die innerliche Anwendung wirkt blutreinigend und
krampflösend. Der Blütensirup und die Blätter werden bei Keuchhusten, Asthma und Magen-Darm-Leiden angewendet.
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzel und Samen für Öl
Die Blätter erntet man von Juni bis Oktober, die Wurzeln im Herbst und die Samen zur Ölgewinnung von Spätsommer bis Herbst.
Inhaltsstoffe:
Die Nachtkerze enthält Flavonoide, Oenotherin, Schleim- Gerbstoffe, Zucker, Harz und Phytosterine.
Verwendung in der Ernährung:
Bei den mitteleuropäischen Sorten kann man, solange die Jungpflanzen als Rosetten am Boden stehen und sich noch keine Blütentriebe entwickelt haben, im Herbst ab
September und im April die Wurzeln ernten. Der Grundgeschmack der Pflanze ist mangoldartig. Es ist möglich, sie direkt
roh zu knabbern, in Salate zu raspeln oder auch wie Kartoffeln z.B. als Backgemüse, zuzubereiten oder weich zu kochen und dann als Salat anzumachen.
Alle Pflanzenteile hinterlassen ähnlich wie bei den Epilobium-Arten, roh und unverarbeitet einen etwas stumpf-rauen Belag im Gaumen. Dieser Effekt kann z.B. durch
Einlegen der klein geschnittenen Pflanzenteile über Nacht in etwas Zitronen- oder Essigsäure gemildert werden. Die Wurzeln erinnernnach dem Einlegen an Schwarzwurzelgemüse.
Die Blätter der noch nicht in die Blüte gehendenPflanzen kann man von April bis Juni in feinen Streifen roh in Salate, zu Kräuterkartoffeln und in Kräuterbutter
geben oder zu Spinat, Saucen und Gemüsesuppen und dergleichen verarbeiten.
Wenn sich die ersten Blütenstängel recken, kann man diese von April bis Juni geschält roh essen oder als kurz gebratenes Pfannengemüse zubereiten. Auch die noch
jungen, grünen Früchte lassen sich im August und September, bevor sie zäh werden, so verarbeiten.
Eine Delikatesse sind die milden Blütenknospen von Juni bis September z.B. als Salatbeilage, Kapernersatz, Chutneyzutat oder mit etwas Knoblauch und Salz in Öl
eingelegt als Antipasti. Gemüseartig können sie ebenso z Eierspeisen wie z.B. Omelett, Crêpes und Rührei dienen, aber auch gebraten und in Gemüsesuppen verarbeitet werden.
Die Blüten selbst sind essbar und sehr dekorativfür Salate, Rohkostspeisen und andere Gerichte. Auch kandiert können sie verwendet werden. Zudem lassen sie sie sich
in getränken wie Tee, Bowle, Sirup und in Süßspeisen wie süßer Sauce, Pudding, Sorbet, Blütencreme, Gelee und Aromazucker verwenden.
Die ausgereiften Samen ab September sind ölhaltig und lassen sich wie Sesam getrocknet in Gebäck verarbeiten.
Quelle:
http://de.wikipedia.org
http://www.heilkraeuter.de
Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen -> siehe Literaturhinweise
