Lungenkraut-Pulmonaria officinalis


Das Gefleckte Lungenkraut, auch als Echtes Lungenkraut bezeichnet, gehört zur Familie der Rauhblattgewächse (Boraginaceae). Synonyme sind Hänsel und Gretel, Bachkraut, Blaue Schlüsselblume, Bockkraut, Fleckenkraut, Himmelschlüssel, Hirschkohl, Hirschmangold, Hosenschiffern, Lungenwurz, Schlotterhose, Schwesternkraut, Ungleiche Schwestern, Unser lieben Frauen Milchkraut.

Der Name Pulmonaria kommt vom lat. pulmo = Lunge und wurde erstmals von Leonhart Fuchs, einem deutschen Pflanzenkundigen Mediziner der um 1500 herum lebte, verwendet. Das Gefleckte Lungenkraut wird seit dem Mittelalter gegen Lungenleiden eingesetzt. Hildegard von Bingen eine Benediktinerin, Dichterin und die bedeutendste Universalgelehrte des 12.Jahrhunderts, nannte es Lungwurz. 

 

Pflanzenbeschreibung:

Das gefleckte Lungenkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Sie wird bis zu 40 cm hoch, ihre Blätter sind weiß gefleckt und borstig behaart. Die Grundblätter sind annährend Herzförmig, die Stängelblätter länglich. Der Blattstiel wird bis zu 15 cm lang und besitzt an der Basis schmale Flügel. Der Blütenkelch der purpurroten bis violetten Blüten ist borstig und trichterförmig.

 

Standorte:

Das Lungenkraut wächst in krautreichen Laub- und Buchenmischwäldern sowie deren Rändern vom Flachland bis ins Gebirge bis etwa 1300 Meter. Im Süden ist es häufiger als im Norden. Es bevorzugt frische, nährstoff- und basenreiche, meist kalkhaltige, steinige oder reine Ton- und Lehmböden.

Heilwirkung:


-adstringierend
-blutstillend
-erweichend
-harntreibend
-schleimlösend
-schweisstreibend

-Bronchitis
-Katarrh der oberen Luftwege
-Erkältung
-Halsschmerzen
-Heiserkeit
-Halsentzündung
-Durchfall
-Darmentzündung
-Hämorrhoiden
-Blasenentzündung
-Nierenbeckenentzündung
-Augenentzündung
-Wunden
-Pickel

 

In der Volksmedizin schätze man das Echte Lungenkraut als auswurfförderndes Hustenmittel und schrieb ihm Heilwirkungen gegen viele Lungenkrankheiten bis hin zu Tuberkulose zu. Von den genannten Indikationen ist lediglich die Anwendung bei leichteren Erkrankungen der Atemwege haltbar. Das getrocknete Kraut wird auch heute noch arzneilich verwendet. Man kann die Pflanze außerdem bei Beschwerden in Magen und Darm einsetzen. Auch die Traditionelle Chinesische Medizin nutzt die Pflanze für Lunge und Dickdarm. Die getrockneten Blätter des Echten Lungenkrauts können auf kleine Wunden gegeben werden und sollen die Wundheilung beschleunigen.

 

Verwendete Pflanzenteile: Kraut

Die Sammelzeit ist im Mai und Juni.

 

Anwendung:

Tee

Die Hauptanwendungsart für das Lungenkraut ist der Tee.

Man kann das Lungenkraut entweder allein als Tee aufbrühen oder zusammen mit anderen Kräutern als Mischtee.

Für einen Lungenkraut-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Lungenkraut mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Lungenkraut-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Lungenkraut-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Den Lungenkraut-Tee kann man zur Wundheilung auch äusserlich für Umschläge, Bäder und Waschungen verwenden.

 

Pulver

Getrocknetes Lungenkraut kann man zu Pulver zerreiben.

Ein Esslöffel von diesem Pulver wird mit einer Tasse lauwarmer Milch vermischt.

Dann trinkt man es in kleinen Schlucken.

Man kann diese Anwendung auch mit warmer Milch und etwas Honig einsetzen.

 

Inhaltsstoffe:

Das Echte Lungenkraut enthält Flavonoide (hauptsächlich Kämpferol und Quercetin), bis 15% Mineralstoffe, darunter bis zu 3% Kieselsäure, Schleimstoffe, Gerbstoffe (überwiegend Catechine und Gallotannine), Allantoin und Vitamin C.

 

Verwendung in der Ernährung:

Die Pflanzen bieten im zeitigen Frühjahr zarte Blätter, die gut als Beigabe verschiedener Frühjahrssalate eingesetzt werden können. Sie sind außen etwas flaumbehaftet, aber dennoch recht saftig, und ergeben fein gehackt mit Dill und etwas Öl, Salz und Essig eine frische Beigabe auf Brotzeitplatten. Bis in den August hinein eignen sich die Blätter immer noch gut zu Spinat und üblichen Gemüsegerichten, Suppen und Saucen. Man kann sie auch mit Teig ummanteln und frittieren.

Auch aus den auffälilig gefärbten Blüten lässt sich eine Speisebeigabe bereiten, wenn man sie auszupft und z.B. klein geschnitten in Kräuterquark einrührt oder sie getrocknet in Teemischungen gibt. Der geschmackseindruck der Pflanzen ist zunächst rau, verliert sich aber im Mund. Der Geschmack ist gurkenaromatisch mild.

 

Achtung:

In Lungenkräutern sind geringfügig leberbeeinträchtigende Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Nicht in übermäßigen Mengen verzehren.

 
   

Quelle:

http://de.wikipedia.org

http://www.heilkraeuter.de

 

Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen   -> siehe Literaturhinweise