Gänsedistel-Sonchus oleraceus
Die Gemüse-Gänsedistel (Sonchus oleraceus) ist eine Art aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Weitere Namen sind Kohl-Gänsedistel oder Gewöhnliche Gänsedistel. Es handelt sich dabei um eine in Mitteleuropa alteingebürgerte Art, die im Mittelalter als Gemüsepflanze angebaut wurde. In der Antike und im Mittelalter waren die Gänsedisteln geschätzte Heilpflanzen, deren Milchsaft unter anderem gegen Kurzatmigkeit und verschiedene Hautprobleme eingesetzt wurde.
Pflanzenbeschreibung:
Die einjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 100 cm. Sie besitzt einen hohlen, fleischigen, meist ästigen Stängel. Die Stängelblätter sind weich und blaugrün, ihre Form ist buchtig-fiederschnittig und am Rand weichborstig gezähnt. An der Basis tragen die Laubblätter waagrechte abstehende, stängelumgreifende, zugespitzte Öhrchen.
Die Körbchen werden 20 bis 25 mm breit. Die kahle Hülle misst 10 bis 15 mm und ist nicht drüsig. Es sind nur Zungenblüten vorhanden. Die zygomorphen Einzelblüten sind hellgelb. Die Frucht ist querrunzelig und beiderseits dreirippig mit Pappus.
Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Fruchtreife ist von Juni bis Oktober.
Der Stängel und die Blattadern enthalten einen weissen Milchsaft, der der heilkräftigste Teil der Pflanze ist.
Standort:
Sie liebt nahrhaften Boden, der nicht zu trocken ist, und vor allem muss es sonnig sein, daher wächst sie gerne in Gärten, auf Äckern und an Wegrändern. Daher gilt
die Gänsedistel als Unkraut, sogar als schwer zu bekämpfendes, denn ihre Wurzel wird bis zu einen Meter lang.
Heilwirkung:
-tonisierend
-Fieber
-Kurzatmigkeit
-Magenbrennen
-Leberschwäche
-Menstruations fördernd
-Warzen
-Hautentzündungen
-Ausschläge
verwendete Pflanzenteile: Milchsaft, Blätter, Samen
Die beste Zeit zum sammeln ist von März bis Juni und für die Samen bis Oktober.
Anwendung:
Die Gänsedistel wird heutzutage kaum als Heilpflanze verwendet. Weder die Schulmedizin noch die Volksheilkunde setzen sie ein.
Früher war galt die Gänsedistel jedoch als wertvolle Heilpflanze und auch als Gemüse, weshalb sie sogar angebaut wurde.
Plinius der Ältere im Altertum und der englische Kräuterkundige Culpepper empfehlen die Gänsedistel aufgrund ihrer grossen medizinischen Tugenden.
Der Milchsaft ist der heilkräftigste Teil der Pflanze. Man kann ihn verdünnt einnehmen.
Er soll gegen Kurzatmigkeit, Leberschwäche und Magenbrennen helfen. Auch gegen Fieber wurde er früher eingesetzt.
Ausserdem soll der verdünnte Milchsaft die Menstruation fördern.
Eine Abkochung der Blätter und des Stengels soll, laut Plinius, die Milchbildung fördern. Dieser Einsatzzweck hängt möglicherweise mit der Signaturenlehre zusammen, weil die Pflanze ja auch Milch produziert.
Unverdünnt kann man den Milchsaft auf Warzen auftragen, um sie zum Verschwinden zu bringen.
Verdünnt als Umschlag soll er gegen Entzündungen, Ausschläge und Hämorrhoiden helfen.
Zusammen mit Pflanzenöl und etwas Salz wurde der Milchsaft der Gänsedistel früher gegen Ohrenentzündungen und sogar gegen Taubheit verwendet. Dazu wurde die Mischung auf einen Wattebausch geträufelt und in den Gehörgang gesteckt.
Mit dem verdünnten Milchsaft wuschen sich die Frauen früher das Gesicht, um die Haut zu klären und dem Aussehen Glanz zu verleihen.
Die Blätter wurden früher als spinatähnliches Gemüse oder in Suppen gekocht. Auch in Salaten wurden die Blätter der Gänsedistel verwendet.
Quelle:
http://de.wikipedia.org
http://www.heilkraeuter.de
