Gundermann-Glechoma hederacea


Der Gundermann, auch Echt-Gundelrebe genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Er ist in Europa weit verbreitet und sehr häufig.

Kaum einer kennt ihn, obwohl er eine wertvolle Bereicherung für die Hausapotheke und die Küche ist.

Außerdem sieht er im Garten sehr schön als Bodendecker aus und ist extrem pflegeleicht.

Aufgrund der ätherischen Öle und der Bitterstoffe ist er für viele Säugetiere, besonders Pferde, giftig.

 

Volkstümliche Namen sind unter anderem auch: Blauhuder, Buldermann, Donnerrebe, Hederich, Erdefeu, Grundrebli, Gundelrieme, Gunelreif, Silberkaraut, Soldatenpetersilie, Huder, Udram und Zickelskräutchen.

   

Pflanzenbeschreibung:
Der Gundermann wächst als wintergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die variabel behaart sein kann, häufig fast kahl kann es jedoch vorkommen das sie dicht weich behaart ist. Stängel und Blattunterseite sind häufig purpurn überlaufen. Die nichtblühenden Sprossachsen kriechen als Ausläufer (Stolonen) am Boden, besitzen einen quadratischen Querschnitt und sind an vielen Knoten bewurzelt. Der Gundermann ist ein Flachwurzler; die Blütentriebe sind 10 bis 30 Zentimeter hoch, aufsteigend bis aufrecht, und haben ebenfalls einen quadratischen Querschnitt. Aufgrund ihres sehr raschen Wachstums und ihrer reichen Verzweigung sorgen sie für eine vegetative Vermehrung; der Hauptspross kann bis zu 2 Meter Länge erreichen.

Die kreuzgegenständig angeordneten Blätter sind meist nicht breiter als 3 Zentimeter, nierenförmig bis rundlich-herzförmig mit stumpfer oder spitzlichen Blattspitze. Der Blattrand ist grob gekerbt. 

Die Blüten des Gundermanns sind kleine symmetrische Lippenblüten, violett und entspringen den Achseln der Laubblätter. Sie sprießen in zwei- bis fünfblütigen Blütenständen.

Er bildet lange, niedrige Ausläufer, von denen aufrechte Blütensprosse aufsteigen. Die Blüten werden meist durch Hummeln bestäubt.

 

Standorte:

Der Gundermann wächst vor allem in frischen, nährstoffreichen Säumen, Wäldern und Wiesen.

Er blüht von Anfang April bis Ende Juni.

 

Heilwirkung:

 

-entzündungshemmend
-Blase und Niere anregend
-stoffwechselfördernd
-schleimlösend
-schlechtheilende Wunden
-chronischer Schnupfen
-chronischer Husten
-Rekonvaleszenz

 

Volkstümlich bei Magen- und Darmkatharrhen, Blasenleiden, Leberbeschwerden und grippalen Infekten angewendet. Außerdem wird dem Gundermann eine stoffwechselregulierende Wirkung nachgesagt.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Pflanze zur Behandlung von Störungen von Dickdarm, Blase und Lunge eingesetzt.

 

Verwendete Pflanzenteile: Blätter

Die Sammelzeit ist von März bis Juni, aber auch noch später solange er sprießt.

Man sollte vorzugsweise die frische Pflanze verwenden.

 

Anwendungen:

 

Äusserlich

Äußerlich kann der Gundermann für schlecht heilende Wunden, vor allem bei Eiter (=Gund) verwendet werden.

 

Innerlich

Innerlich dient er der Anregung der Stoffwechsels und hilft bei langwierigen Krankheiten. Auch hier besteht der Bezug zum Eiter. So hilft er bei chronischer Bronchitis, chronischem Schnupfen, Blasen- und Nierenkrankheiten.

 

Verwendung in der Ernährung:

Da der Gundermann einen thymian-minzigen Geschmack vorweisen kann ist er sehr gut als Gewürz für Salate, Suppen oder andere herzhafte Speisen geeignet. Doch auch in Getränken und Süßspeisen ist er sehr wohlschmeckend. Die Pflanze duftet beim zerreiben sehr wohlaromatisch und appetitanregend. Die Blätter des Gundermanns können von März bis Juni als Aroma genutzt werden. Z. B. frisch gepflückt als Atemerfrischung. Man kann sie gut als Würze für Tee, Kräuterlikör, Kräuterwein oder Bier bzw. als Aroma zu Ölen verwenden.  Die zarten Blätter und Triebspitzen ergeben von März bis Mai eine gute Beigabe zu verschiedenen Salaten, Suppen, Eierspeisen (Omelett,Rührei),Eintopfgerichten und Hackkräutermischungen.

Die zart-süßlichen Blüten können von April bis Ende Juni gut als essbare Dekoration oder wie die Blätter auch zu verschiedenen Salaten, Aufstrichen oder als Aroma zu Gemüse und Speiseöl verwendet werden.

 

Eine Verwendung über Gewürzmengen hinaus wird wie bei vielen Pflanzen mit reichlich ätherischen Ölen nicht empfohlen.

 

 

 Inhaltsstoffe:

Der Gundermann enthält Gerb- und Bitterstoffe, ätherisches Öl, Saponine, Cholin Vitamin C und Kalium.

 

 

 

 

 

Quelle:

http://de.wikipedia.org

http://www.heilkraeuter.de

 

Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen    ->siehe Literaturhinweise