Gartenmelde-Atriplex hortensis


Die Gartenmelde ist eine der ältesten Kulturpflanzen, aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), die als Gemüse, Salat-, Heil-, Färber-, sowie Zierpflanze verwendet wurde. Schon seit Urzeiten wird die Melde als Nahrungsmittel verwendet. Sie wird im Volksmund auch Spanischer Salat, Spanischer Spinat, Maiflitsch, Molkenkraut und Orache genannt.

Die Gartenmelde wurde vom Naturschutzbund Deutschland zur Nutzpflanze des Jahres 2000 gewählt.



Pflanzenbeschreibung:

Die Gartenmelde wächst einjährig und erreicht eine Höhe von bis zu 2,5 m, sie ist aufrecht und oft rot überlaufen. Die ei- oder spießförmig-dreieckigen Blätter sind meist wechselständig, selten gegenständig, am Stängel angeordnet und bis über 10 cm lang, am Blattrand sind sie mit einzelnen Zähnen und seichten Buchten bedeckt. Die in end- oder seitenständigen, zusammengesetzten, ährigen Blüten stehen in der Achsel von Tragblättern in Knäueln zusammen. Die männlich, weiblich oder zwittrigen Blüten (ohne Vorblätter) sind grün oder rot und enthalten fünf längliche Blütenhüllblätter, sowie fünf Staubblätter und einen horizontalen Fruchtknoten. Bei den weiblichen Blüten sind die Staubblätter nicht entwickelt, bei rein männlichen Blüten fehlt der Fruchtknoten.

Die Vorblätter der Frucht sind rundlich und bis zu 15mm lang.

 

 

Standort:

Die Gartenmelde ist recht anspruchslos und wächst in Ruderal-, Acker- und Gartenunkrautgesellschaften auf nahrhaft- feuchten Böden im halbschatten.

 


Heilwirkung:

-Blasenprobleme

-Hautunreinheiten

-Husten

-Leberschwäche

-Lungenleiden

-Nagelbettentzündungen

-blureinigend

-stoffwechselregulierend

 

Die Volksmedizin verwendet einen Tee aus dem getrockneten Kraut bei Stoffwechselstörungen und zur Blureinigung, außerdem bei Blasen-, Leber- und Nierenbeschwerden.

 

Verwendete Pflanzenteile: Kraut

Das Kraut kann von Juli bis August gesammelt werden.

 

Inhaltsstoffe:

Die Melde enthält Saponine, Flavonoide, Betalaine, Vitamin C und viele Mineralstoffe.

 

Verwendung in der Ernährung:

Die Melde ist im Grundgeschmack spinatig bis nussig, eine milde Pflanze, die in der Küche in vielerlei Gemüsegerichten und als Mehlbeimischungen Verwendung finden. So wurden sie schon immer gerne als Zweiternte neben den Kulturpflanzen von den Feldern geholt und zu einer Spinatspezialität verarbeitet. In Mischgemüsezubereitungen setzt man die Melde gerne als mildernden Akzent zu anderen strengeren und sauren Aromen.

Die zarten, faserarmen, jungen Blätter und Blattsprosse der Melde nutzt man von April bis Juni als feste Grundlage in Salatspeisen oder gekocht wie Mangold und Spinat sowie als gedämpftes Gemüse. Sie ergeben außerdem hervorragende Gemüsesuppen und -füllungen. Die Blattstiele sollten dabei am besten noch so weich sein, dass sie sich mit den Fingern zerreiben lassen. Im Frühsommer kann man die geschälten Triebspitzen im Ganzen spargelartig oder als Stängelgemüse zubereiten bzw. in Salaten und als Rohkost genießen. Man sollte beim Ernten darauf achten, das die Triebe gut beugbar und im Zentrum noch nicht vermarkt sind. Ganz oder in kleine Stücke geschnitten ergeben sie ein delikates Bratgemüse und sind eine exzellente Zutat in Misch- und Ofengemüsegerichten sowie Bratlingen, Eierspeisen und in Gemüsesuppen. Von Juli bis August nutzt man die Blütenknospen und weichen jungen Blüten als rohe Knabberei oder reicht sie zu Salaten bzw. rührt sie in Saucen, Frischkäse oder Quark. Man verarbeitet sie als Kochgemüse (besonders in Püree oder Spinat) sowie in Ofengemüsegerichten wie Lasagne oder Pizza. Eine feine Beigabe sind sie auch in Hackkräutermischungen (z.B. zur Kräuterbrotzeit oder in Kräuterbutter). Ab September bis Oktober findet man die stärkereichen, ausgereiften Samen der Melde und drischt sie aus der Pflanze. Eine besondere Empfehlung ist Brotmehl zu großen Anteilen gemischt mit ihren Samen. Dafür werden sie zuvor getrocknet und vermahlen. Verwendet werden können sie auch zum Anreichern von Mischgemüsegerichten und Grützen. Im Winter kann man sie als Keimsaat versuchen. Es wird auch vermutet, dass früher die weichen Wurzeln der ganz jungen Pflanzen zu Wurzelgemüse o.ä. verarbeitet wurden.

 

 

 

 

 

 

Quelle:

http://de.wikipedia.de

http://www.heilkraeuter.de

http://www.urgemuese.de

 

Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen    -> siehe Literaturhinweise