Ackerhellerkraut-Thlaspi arvense
Das Ackerhellerkraut sieht aus wie ein Bruder des Hirtentäschelkrautes ist aber botanisch gesehen wohl eher ein Vetter. Es hat rundere Täschchen als sein Verwandter, bevorzugt aber ebenso wie das Hirtentäschelkraut auch, Äcker und Wegränder. Es stammt aus der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler-Brassicaceae.
Die volkstümlichen Namen lauten auch: Acker-Täschelkraut, Hellerkraut, Acker-Pfennigkraut, Ackertäschel. Im englischen heißt es Pennycress.
Auch wenn das Ackerhellerkraut als Heilpflanze kaum bekannt ist, so hat es doch vielfältige Heilwirkungen. Es wirkt gegen Entzündungen, sowohl äusserlich als auch innerlich und hilft auch bei mehreren Frauenbeschwerden.
Pflanzenbeschreibung
Die Pflanze ist meist einjährig und erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 4 cm. Sie ist kahl, gelbgrün und riecht beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch. Alle Blätter außer den untersten sind pfeilförmig und sitzend stängelumfassend. Der Stängel wächst aufrecht, ist kantig und meist verzweigt. Die Blätter sind schmal bis länglich verkehrt-eiförmig, ganzrandig oder gezähnt. Die Kelchblätter sind elliptisch geformt und etwa 2 mm bis 2,5 mm lang. Die Traube ist reichblütig, die Kronblätter länglich keilförmig, weiß, abgerundet bis schwach ausgerandet und etwa 3 bis 5 mm lang. Auf etwa 7 bis 15 mm langen und fast waagerecht abstehenden Stielen sitzen die Schötchen die fast kreisrund, ringsum breit geflügelt und etwa 12 bis 18 mm lang sind. Die Schötchen besitzen an der Spitze einen tiefen, sehr schmalen Einschnitt und sind stark abgeflacht, sie enthalten pro Samenfach 4 bis 7 dunkelbraune, ellipsoidische, bogig geriefte Samen.
Ökologie:
Das Acker-Hellerkraut ist eine einjährige, sommer- oder winterannuelle Pflanze die bis 50 cm tief wurzelt und vielleicht deshalb relativ unempfindlich gegen Herbizide ist.
Die Blüten sind homogame bis vorweibliche "Nektar führende Scheibenblumen". Der Insektenbesuch ist spärlich. Meist erfolgt spontane
Selbstbestäubung. Typisch ist, dass an den langen Trauben oben neue Blüten angelegt werden, während unten die ersten Früchte bereits reif sind. Blütezeit
ist vorwiegend von April bis Juni, gelegentlich auch bis September.
Die breit gesäumten rundlichen Schötchen dienen als Windfang. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt als Wind- und Tierstreuer sowie als Regenballist.
Menschenausbreitung vollzieht sich bei der Trittausbreitung des Samens mit Ackererde und durch ihre Verschleppung durch Erntegeräte.
Die Samen sind reich an fettem Öl und bis über 30 Jahre keimfähig. Fruchtreife ist von Mai bis November.
Sammeltipps:
Standort: Das Acker-Hellerkraut wächst in Ackerunkrautgesellschaften und bevorzugt nährstoffreiche, lockere Lehmböden
Allgemeine Verbreitung:
Thlaspi arvense ist praktisch in ganz Europa, Westasien, Sibirien, Japan und Algerien verbreitet. Auch in Nordamerika findet man es ebenfalls, allerdings ist es dort ein Neophyt. In Österreich und der Schweiz ist die Art verbreitet und häufig. Das Acker-Hellerkraut ist in Deutschland allgemein verbreitet und meist häufig auftretend.
Heilwirkung:
-antibakteriell
-entzündungshemmend
-harntreibend
-schleimlösend
-schweißtreibend
-tonisierend
-Fieber
-Bronchitis
-Rheuma
-Leberschwäche
-Nierenentzündung
-Scheidenentzündung
-Menstruationsbeschwerden
-Endometriose
-Augenkrankheiten
-Furunkel
-Karbunkel
-Hautentzündungen
Verwendete Pflanzenteile: Samen, Kraut
Anwendung:
Das Ackerhellerkraut kann man als Tee oder Tinktur verwenden.
Man kann es als Bestandteil von Grippetees einsetzen und auch bei verschiedenen inneren Entzündungen, z.B. Nierenentzündung.
Frauen hilft das Ackerhellerkraut bei Menstruationsschmerzen, Entzündungen der Gebärmutter und Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut.
Als Sitzbad angewandt hilft das Ackerhellerkraut gegen Scheidenentzündungen.
Wenn man es äusserlich anwendet hilft das Ackerhellerkraut gegen Hautentzündungen, Furunkel und Karbunkel. Die Haut kann man dazu mit einem Ackerhellerkraut-Tee waschen, baden oder Umschläge auflegen.
Inhaltsstoffe:
Das Ackerhellerkraut ist sehr reich an Proteinen (über 50% der Trockenmasse), enthält fettes Öl, Bitterstoffe, Glucosinolate, Vitamin C und Magenesium.
Achtung!
Nicht in zu großen Mengen verwenden, da das Ackerhellerkraut, in manchen Fällen als Folge der entzündungshemmenden Wirkung, die Anzahl der weissen Blutkörperchen
senken kann.
Quelle:
http://www.heilkraeuter.de
http://www.heilpflanzen-lexikon.eu
http://de.wikipedia.org
Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen -> siehe Literaturhinweise
