Klette-Arctium


Die Kletten bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 10 bis 14 Arten sind in Eurasien und Nordafrika weitverbreitet. Einige Arten sind weltweit Neophyten.

Volkstümliche Namen sind z.B. Bolstern, Haarballe, Haarwachswürze, Kinzel, Kirmsen, Kladde, Klebern, Klibe, Klibusch, Klitzebusch, Klusen und Wolfskraut.

Der vermutlich vom griechischen árcteion (der Bär) abgeleitete Gattungsname findet sich bereits in den Werken des grichischen Arztes Dioskurides aus den 1.Jahrhundert,er war der berühmteste Pharmakologe des Altertums. Der Artname lappa wird bei Plinius dem älteren, berühmter Gelehrter und Offizier unter Kaiser Nero, als weiterer Gattungsname genannt. Abgeleitet aus dem griechischen labein (ergreifen), festhalten, weist er auf die an den Kleidern (auch Fell von Tieren, u. ä.) festhaftenden Früchte hin.

Die Große Klette wurde bereits im 9. Jh. in der `Capitulare de villis vel curtis imperii´ von Karl dem Großen als Nutzpflanze erwähnt. Im Kapitel 70 ist sie als "parduna" aufgelistet. In Großbritannien ist Dandelion and Burdock (engl. wörtlich Löwenzahn und Große Klette) eine traditionsreiche alkoholfreie Getränkspezialität, die es dort seit etwa 1265 gibt.

 

Pflanzenbeschreibung:

Grundlegende Merkmale:

Die Blätter dieser Gattung sind wechselständig am Stängel angeordnet. Die Blüten sind zu kugeligen Blütenköpfen vereinigt, die durch Röhrenblüten und umgebene Hüllblätter mit Widerhaken gebildet werden.
Die Wurzeln der Klette sind lang und spindelförmig. Aussen sind sie graubraun und innen weiss.

 

Große Klette-Arctium lappa

Die Große Klette erreicht eine Höhe von bis zu 1,50 m, sie verfügt über einen kräftigen Stängel der ebenso wie die Blattstiele mit Mark gefüllt sind. Die Blattfläche ist dreieckig bis schmal herzförmig und nahezu so breit wie lang. Ihre untersten Blätter können einen Durchmesser von bis 50 cm erreichen.

Die Blütenköpfe sind bis zu 7 cm lang gestielt. Die Stiele sind länger als der Blütenkopf, der purpur eingefärbt, einen Durchmesser von bis zu 5 cm erreicht. Die Hüllblatter an der Spitze der Blüte sind mit gelblichen Widerhaken besetzt.

Die dunkel gefärbte, etwas runzelige Frucht der Großen Klette, erreicht eine länge von etwa 7 mm.

Sie hat ihre Hauptblütezeit von Juli bis August.

 

Kleine Klette-Arctium minus

Die Kleine Klette erreicht eine Höhe von bis zu 1,20 m.

Ihre Blätter sind breit eiförmig und werden bis zu 50 cm lang, die Blattstiele haben eine Rinne, sind innen hohl und außen gerieft.

Der Blütenstand ist locker verzweigt, mit purpurroten meist kurz gestielten Blütenköpfen, die nur einen Durchmesser von ca 2,5 cm erreichen. Die Hüllblätter sind schmal und besitzen eine hakenförmige Spitze. Der Samen ist dunkel gefleckt und bis zu 7 mm lang.

Sie hat ihre Hauptblütezeit von Juli bis August.


Filzige Klette-Arctium tomentosum

Die Filzige Klette erreicht eine Höhe von bis zu 1,20 m.

Ihre Blattstiele sind innen hohl und die Blütenstiele sind meist deutlich länger als ihre Blütenköpfe. Die Blütenhülle ist dicht  spinnwebig behaart, die Hüllblatter gerade mit rötlicher Spitze. Ihre Früchte sind schwach runzelig und werden 5-6 mm lang.

Sie hat ihre Hauptblütezeit von Juni bis September.

 

Standorte:

Die Klette wächst gerne an Wegen, Waldrändern und Rainen. Auch brachliegende Äcker, Schuttplätze, Dorfwiesen und nährstoffreiche Krautfluren mag die Klette, um sich zu entfalten.

 


Heilwirkung:


-blutreinigend
-entgiftend
-harntreibend
-schweisstreibend
-Gelenkrheuma
-Geschwüre
-Haarausfall
-Hautleiden
-Flechten
-Furunkel
-Abszesse
-Hautunreinheiten
-Geschwüre
-Offene Wunden
-Brandwunden
-Ekzeme
-Kopfschuppen
-Lebererkrankungen
-Diabetes(als Nahrungsmittel)
-Wundheilung
-Wechseljahrsbeschwerden

 

Voksmedizinisch wird die Klette eingesetzt als Blutreinigungsmittel, bei Blasen- und Gallenleiden und Erkrankungen der Leber, außerdem bei Gicht, Rheume und Diabetes. Gegen Haarausfall und Schuppen ist ein Öl aus den Wurzeln recht bekannt. Die Wurzeln helfen als Salbe auch gegen vielerlei Hauterkrankungen wie Flechten, Furunkel, Abszesse, Brandwunden, Hautunreinheiten, Kopfschuppen und unterstützt die Wundheilung. Statt Salbe kann man für Hautprobleme auch den frisch ausgepressten Saft verwenden. Die Homöopathie verwendet die Klette bei nässenden Hautausschlägen, Gebärmuttersenkung und rheumatischen Schmerzen.

 

Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln

Die beste Zeit zum sammeln der Wurzeln ist im September und Oktober.

 

Verwendung:
Innerlich kann man die Klettenwurzel als Tee zur Blutreinigung und Förderung der Leber- Galletätigkeit anwenden.

 Vor allem wird die Wurzel der Klette jedoch äusserlich eingesetzt.

Als Tee zu Waschungen, für Bäder und Kompressen.

Besonders beliebt ist das Klettenwurzelöl, das man zur Einreibung des Haarbodens gegen Haarausfall verwenden kann. Wirksam ist diese Anwendung jedoch nur bei Haarausfall, der durch Anregung der Durchblutung des Haarbodens behoben werden kann. Bei dauerhaftem Haarausfall aus hormonellen Gründen, kann man auch von der Klettenwurzel keine Wunder erwarten.

Eine Salbe aus der Klettenwurzel hilft gegen verschiedenste Hauterkrankungen.

Statt Salbe kann man für Hautprobleme auch den frisch ausgepressten Saft verwenden.

 

Inhaltsstoffe:

Die Wurzeln enthalten reichlich Inulin (bis 45%), Schleimstoffe, ätherisches Öl, Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone), Polyine, Phytosterine, Flavonoide, Phosphorsäure, Kaffeesäurederivate und fettes Öl.

 

Verwendung in der Ernährung:

Alle mitteleuropäischen Arctium-Arten (Große Klette, Kleine Klette und Filzige Klette) sind ergiebige Gemüsepflanzen.

Vor dem Verzehr sollten jedoch die Blätter und die Stängelhaut entfernt werden, da diese sehr bitter sind.

Die langen Blattstängel kann man als festes Gemüse zubereiten. Am besten eignen sie sich dazu von April bis August, solange sie noch nicht zu viele zähe Fasern und noch kein hohles trockenes Mark im Stängelkern entwickelt haben. Zur Verarbeitung zieht man die dicksten Fasern längs aus dem Stängel heraus und reibt den Haarpelz, die Stängelhaut, ab. Die geschälten Triebe und Stängel erinnern - in Salzwasser gedämpft - im Geschmack ein wenig an Artischockengemüse. Sehr delikat schmecken sie auch kurz gebraten. Außerdem sind sie eine gute Zutat in Bratlingen, in Omeletts, diversen Ofengemüsegerichten sowie in Eintopfgerichten und Gemüsesuppen oder roh in Salaten. Zum Bevorraten werden sie in Salzlake oder Essig eingelegt. Ab Juni sind bereits manchmal markige Stängel zu finden. Für ein zartes Stängelgemüse ist es dann schon zu spät, man kann aber noch das Mark herausschaben und als Gemüsebrei oder Püree zubereiten. Die großen Blätter der Pflanze schmecken für eine Verwendung als Gemüse zu bitter. Junge Triebpflanzen jedoch lassen sich auf Empfehlung von Enzyklopädie Essbarer Wildpflanzen, in Maßen z.B. für Bittergemüse, Pesto oder als Hackkräuterbeigabe nutzen. Geschälte, ganz junge Blütenstängel, lange vor der Blüte, können ähnlich wie die oben erwähnten Blattstängel zubereitet und auch roh geknabbert werden. Aus den Samen gewinnt man ein relativ geschmacksneutrales Speiseöl, indem man sie schrotet und in einer Ölmühle auspresst. Gegebenenfalls kann man den Schrot auch in heißes Wasser legen und das Öl dann oben abschöpfen. Am besten im ersten Lebensjahr der Pflanzen, erntet man im Herbst und Winter ihre großen Wurzeln. Sie sind dann noch weich und unverholzt und können roh in einen Salat geraspelt oder als Misch- und Backgemüse zubereitet werden. In feine Scheiben geschnitten sind sie eine herzhafte Spezialität mit etwas Salz auf nussigem Butterbrot. Ihr Geschmack erinnert etwas an Schwarzwurzeln.

Die Große Klette (Arctium lappa) wird in Asien sogar als Wurzelgemüsespezialität angebaut.

 

 

Quelle:

http://de.wikipedia.org

http://www.heilkraeuter.de

 

Ezyklopädie Essbare Wildpflanzen  -> siehe Literaturhinweise